Gutshaus Priborn

Das Haus wurde unter Ernst von Ferber zwischen 1870 und 1880 erbaut. Es diente als Wohnhaus für die junge Familie. Von hier aus Überwachte der Gutsherr die Arbeiten auf seinen Ländereien rund um Priborn. Das Objekt liegt südlich der Dorfstraße und bildet das Zentrum des Ortes. Eine schöne Allee mit hohen Blumen fährt von der Straße direkt auf das Gebäude. Der Haupteingang befindet sich leicht erhöht auf der östlichen Längsseite des Gebäudes. Davor ist ein repräsentativer Garten angelegt, der südlich und westlich in einen Park übergeht. Das zweigeschossige Gebäude mit seiner Backsteinfassade hat eine imposante, aber nicht aufdringliche Architektur. Die beiden Seitentürme verleihen dem Haus Schlosscharakter. Markant ist auch der Mittelrisalit mit dem Dreiecksgiebel und die Bänderung zwischen den Etagen. Auf der Rückseite des Gebäudes ragt ein zweigeschossiger Erkerbau weit aus der Fassade hervor.

Letzter Besitzer war bis 1945 Dr. Ing. Horst von Ferber (der jüngste Sohn des Erbauers). Nach der Enteignung diente das Haus der Unterbringung von Flüchtlingen.
Von 1959 bis 2003 war dort die Polytechnische Oberschule "Otto Brosowsky" untergebracht.
Seit 2003 steht das Anwesen mit dem umliegenden Park (2,7ha) und seinen Nebengebäuden zum Verkauf. Das Gebäude wird heute noch teilweise von der Gemeinde genutzt. Im Erdgeschoss befand sich bis Februar 2005 das Gemeindebüro. Im Obergeschoss ist ein Frisör und im Kellergeschoss ein Jugendclub untergebracht.

Durch die verschiedenen Nutzungen nach 1945 und die damit verbundenen Umbauten ist die frühere Nutzung nicht mehr nachvollziehbar. Leider existieren auch keine alten Baupläne für das Gebäude.
Die heutige Anordnung der Räume ist schultypisch.
Vereinzelt sind noch alte Türöffnungen und Kaminstellen erkennbar.

Ölbild
Ölbild (gefunden im ehem. Direktorzimmer)
Alter unbekannt


Das Herrenhaus

Da der Grund- und Bodenwert nur gering war, stand einer Ausbreitung des Bauens in die Breite nichts im Wege. Darum wird nie mehr als Erd-, Ober- und höchstens ein ausgebautes Dachgeschoss vorhanden sein. Die Grundrissanlage entwickelte sich frei und ungezwungen. Es konnte bei der Planung Rücksicht auf die Himmelsrichtung genommen werden. Das Kellergeschoss nimmt neben den Kellern, die Küche und die Gesinderäume auf. Im Erdgeschoss liegen die Wohn- und Gesellschaftszimmer. Im oberen Stock die Schlaf- und Fremdenzimmer. Das Dach wurde nur teilweise ausgebaut.
Die Zufahrt zum Haus erfolgt meistens durch einen zugehöhrigen Park mit einem Verbindungsweg, der von der Landstraße abzweigt.
Das Gebäude wurde meist auf einen erhöhten Sockel errichtet. So ist eine Auffahrt über eine Rampe nötig. Das Podest vor dem Hauseingang ist mindestens 5m lang, damit sich die Pferde auf der Horizontalen ausruhen konnten.

Quelle:
H. Issel: Die landwirtschaftliche Baukunde, Leipzig 1905
Die Diplomarbeit ist aus dem Jahr 2005. Das Objekt wurde im Frühjahr 2009 verkauft.
Bitte sehen Sie von telefonischen Rückfragen bei mir oder im Amt Roebel ab.
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